Entscheidung & Zusammenarbeit
Social Media intern oder mit einer Agentur?
Die passende Lösung hängt von deinen Aufgaben, dem laufenden Arbeitsumfang und den vorhandenen Fähigkeiten ab. Ein interner Ansprechpartner kennt den Unternehmensalltag und ist nah an Informationen. Eine Agentur kann vereinbarte Aufgaben wie Planung, Produktion und Auswertung übernehmen. Häufig ist auch eine Kombination sinnvoll. Entscheide deshalb zuerst, welche Arbeit zuverlässig erledigt werden muss, wer dafür fachliche Informationen liefert und wer Entscheidungen trifft. Erst dann lassen sich interne und externe Unterstützung auf einer gemeinsamen Grundlage vergleichen.
Beschreibe die Arbeit, bevor du über die Besetzung entscheidest.
„Jemand soll Social Media machen“ ist noch keine brauchbare Aufgabenbeschreibung. Zwischen Themen entwickeln, vor der Kamera erklären, filmen, schneiden, Texte schreiben, veröffentlichen und Ergebnisse auswerten liegen unterschiedliche Anforderungen. Dazu kommen Entscheidungen über Botschaft, Gestaltung und Kontaktwege. Notiere, welche dieser Aufgaben du wirklich brauchst und wie regelmäßig sie anfallen.
Unterscheide auch aktuelle Grundlagenarbeit von wiederkehrenden Aufgaben. Ein Profil zu überarbeiten ist ein anderes Vorhaben als eine laufende Produktion. Wenn die Ausgangslage unklar ist, kann ein begrenztes Projekt die Entscheidung vorbereiten. Ein sinnvoller Vergleich beginnt mit einem beschriebenen Bedarf und nicht mit der Erwartung, eine einzelne Rolle könne automatisch alles abdecken.
Wann eine interne Lösung gut passen kann.
Interne Unterstützung kann sinnvoll sein, wenn dein Unternehmen laufend kurzfristige Einblicke, Informationen und Abstimmungen benötigt. Eine Person im Alltag kann Entwicklungen unmittelbar erkennen, Kollegen ansprechen und Themen aus der täglichen Arbeit aufnehmen. Dafür braucht sie Zugang zu den relevanten Informationen, klare Zuständigkeiten und genügend Zeit für die vereinbarten Aufgaben.
Prüfe die erforderlichen Fähigkeiten einzeln. Gute Kenntnisse deines Produkts ersetzen nicht automatisch Videoschnitt oder Redaktionsplanung. Umgekehrt kann jemand hervorragend filmen und trotzdem Unterstützung bei Positionierung oder Auswertung benötigen. Kläre außerdem, wie Freigaben und Vertretung funktionieren. Die organisatorische Gestaltung gehört zur Entscheidung; konkrete Beschäftigungsfragen sollten getrennt davon fachkundig geklärt werden.
Wann eine Agentur die passende Unterstützung sein kann.
Eine Agentur kann einen klar beschriebenen Teil des Prozesses übernehmen, etwa Themenplanung und Content-Produktion oder eine vereinbarte laufende Betreuung. Das kann hilfreich sein, wenn intern bestimmte Fähigkeiten fehlen oder mehrere Produktionsaufgaben zusammengeführt werden sollen. Entscheidend ist, welche Leistungen das konkrete Angebot umfasst und wie die Zusammenarbeit organisiert wird.
Auch eine externe Betreuung braucht Wissen aus deinem Unternehmen. Neue Angebote, besondere Abläufe und fachliche Aussagen müssen bereitgestellt oder gemeinsam erarbeitet werden. Plane daher einen internen Ansprechpartner ein. Prüfe vor der Beauftragung, wer Inhalte freigibt, wie Änderungen gesammelt werden und welche Aufgaben ausdrücklich bei dir bleiben. Eine verständliche Übergabe ist ebenso wichtig wie die Qualität einzelner Videos.
Vergleiche beide Wege anhand derselben Fragen.
Die folgende Matrix ist eine Orientierung für dein Briefing. Sie beschreibt mögliche Stärken und Anforderungen. Ob sie auf eine bestimmte Person oder Agentur zutreffen, musst du im konkreten Gespräch prüfen. Ergänze eigene Anforderungen, statt Punkte lediglich zu zählen. Eine Aufgabe kann für dein Unternehmen entscheidend sein, auch wenn sie in einer allgemeinen Liste klein wirkt.
| Prüffrage | Bei interner Unterstützung klären | Bei einer Agentur klären |
|---|---|---|
| Wie nah müssen Inhalte am Tagesgeschäft entstehen? | Zugang zu Teams, Informationen und geeigneten Aufnahmesituationen | Wie Themen und kurzfristiges Material übergeben werden |
| Welche Fähigkeiten brauchen wir? | Was vorhanden ist und wo ergänzende Unterstützung nötig ist | Welche Aufgaben das angebotene Team tatsächlich übernimmt |
| Wie entsteht regelmäßig Material? | Verfügbare Produktionszeit und Ausrüstung | Materiallieferung, vereinbarte Drehs und benötigte Vorbereitung |
| Wer trifft Entscheidungen? | Verantwortung, Freigaben und fachliche Rückfragen | Interner Ansprechpartner, Freigabeweg und gesammeltes Feedback |
| Wie bewerten wir die Zusammenarbeit? | Vereinbarte Aufgaben, Ergebnisse und verfügbare Kapazität | Leistungsumfang, nachvollziehbare Auswertung und Abstimmungsaufwand |
Eine Kombination kann die Arbeit sinnvoll aufteilen.
Du musst nicht sämtliche Aufgaben auf derselben Seite unterbringen. Ein interner Ansprechpartner kann Fachwissen und Einblicke sammeln, während eine Agentur die Produktion oder eine andere vereinbarte Aufgabe übernimmt. Ebenso kann ein bestehendes internes Team bei einem klar begrenzten Vorhaben externe Unterstützung nutzen. Wichtig ist eine eindeutige Verantwortung für jeden Übergang.
Vermeide eine Aufteilung, bei der alle mitreden, aber niemand eine Entscheidung zusammenführt. Lege fest, welche Ergebnisse übergeben werden, welches Material dafür benötigt wird und wer Rückmeldungen bündelt. Je klarer diese Schnittstellen beschrieben sind, desto besser lässt sich beurteilen, ob die gewählte Organisation im Alltag funktioniert.
Für die konkrete Aufteilung beschreibt dieser Leitfaden, welche Mitarbeit bei einer Agenturbetreuung intern bleibt.
Bereite eine Entscheidung vor, die du später überprüfen kannst.
Beschreibe für beide Varianten dieselben Aufgaben und gewünschten Ausgaben. Halte fest, welche Arbeit intern zusätzlich anfällt und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Ein Vergleich bloßer Monatsbeträge greift zu kurz, wenn auf einer Seite nur Veröffentlichung und auf der anderen auch Produktion enthalten ist. Welche Faktoren einen Betreuungspreis beeinflussen, erläutert unser gesonderter Kostenleitfaden.
Definiere anschließend, woran du die Zusammenarbeit beurteilen möchtest: Werden vereinbarte Aufgaben zuverlässig erledigt? Ist die Abstimmung praktikabel? Sind Inhalte fachlich richtig und verständlich? Lassen sich Ergebnisse nachvollziehbar einordnen? Triff die Entscheidung mit diesen Anforderungen und prüfe später, ob die Organisation dazu passt. Eine bestimmte Follower- oder Kundenzahl sollte dabei keine ungeprüfte Zusage ersetzen.
Damit ihr Unterstützung auf derselben Grundlage vergleicht, kannst du ein gemeinsames Auftragsbriefing erstellen.
Häufige Fragen.
Ist eine Agentur grundsätzlich günstiger als ein Mitarbeiter?
Das lässt sich ohne denselben Aufgabenrahmen nicht beantworten. Vergleiche enthaltene Leistungen, benötigte Fähigkeiten, Produktionsbedarf und zusätzlich anfallende interne Arbeit. Konkrete Kosten gehören in eine individuelle Kalkulation; allgemeine Monatsbeträge wären dafür keine ausreichende Grundlage.
Kann eine Agentur unser Fachwissen vollständig ersetzen?
Informationen über dein Angebot und fachliche Besonderheiten müssen aus deinem Unternehmen kommen oder gemeinsam geklärt werden. Eine Agentur kann sie verständlich aufbereiten. Wer die fachliche Richtigkeit prüft und Inhalte freigibt, sollte vorab feststehen.
Können wir mit einer internen Person und einer Agentur zusammenarbeiten?
Ja, wenn die Aufgaben und Übergaben klar vereinbart werden. Beispielsweise kann eine interne Person Themen und Material bündeln, während eine Agentur die vereinbarte Produktion übernimmt. Wichtig ist, dass für jede Aufgabe ein Ansprechpartner und ein nachvollziehbares Ergebnis feststehen.
