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Wie schreibst du ein Social-Media-Briefing?
Ein brauchbares Social-Media-Briefing beschreibt einen konkreten Auftrag so, dass alle Beteiligten dieselbe Vorstellung vom Ergebnis haben. Es nennt die Frage des Publikums, die gewünschte Aussage, verfügbare Quellen, benötigte Ausgaben und die Person für die Freigabe. Ungeklärte Punkte bleiben als Fragen sichtbar. Du musst dafür kein langes Dokument schreiben. Entscheidend ist, dass Produktion und Prüfung anhand derselben Angaben arbeiten können. Die Vorlage unten eignet sich für einzelne Videos, Beiträge oder eine zusammenhängende Produktion.
Beschreibe einen Auftrag, der sich abschließen lässt.
Ein Strategiepapier erklärt, welche Rolle Social Media im Unternehmen übernehmen soll. Ein Produktionsbriefing beantwortet eine engere Frage: Was stellen wir jetzt konkret her? Angaben wie „mehr Sichtbarkeit“ reichen dafür nicht. Aus ihnen geht weder hervor, welche Information im Beitrag stehen muss, noch woran ihr einen fertigen Entwurf erkennt.
Beginne mit einem Arbeitssatz: „Wir erstellen einen Beitrag für Menschen, die vor Entscheidung X stehen. Danach sollen sie Frage Y beantworten können.“ Ergänze das konkrete Produkt, den Anwendungsfall und die vorgesehene Verwendung. Wenn mehrere Themen darin stecken, teile sie in einzelne Aufträge auf. Ein Video über die Vorbereitung eines Beratungsgesprächs braucht andere Quellen als ein Unternehmensporträt.
Ein Briefing darf auf eine vorhandene Strategie verweisen. Es muss deren Überlegungen nicht vollständig wiederholen. Übernimm nur die Entscheidungen, die für diesen Auftrag tatsächlich eine Rolle spielen.
Fülle diese Auftragsvorlage mit überprüfbaren Angaben.
Die folgende Vorlage ist ein fiktiver Auftrag für einen Wartungsbetrieb. Die Angaben sind gewählte Produktionsanforderungen und keine Empfehlung für einen festen Leistungsumfang. Ersetze jede Musterangabe durch eure tatsächliche Entscheidung. „Noch offen“ ist dabei hilfreicher als eine Vermutung, auf deren Grundlage später gearbeitet wird.
| Feld | Musterangabe | Noch zu klären |
|---|---|---|
| Aufgabe | Erklären, welche Unterlagen vor einem Wartungstermin helfen. | Gilt das für alle angebotenen Anlagen? |
| Publikum | Verantwortliche, die erstmals einen Termin vorbereiten. | Private oder gewerbliche Anlagen? |
| Kernaussage | Anlagentyp, letzte Wartung und konkrete Auffälligkeit bereithalten. | Fachliche Prüfung der Liste. |
| Nachweis und Szene | Fachperson zeigt ein neutrales Musterprotokoll am Arbeitsplatz. | Geeignetes Dokument ohne fremde Daten. |
| Ausgabe | Ein hochkant gefilmtes Video, Untertiteldatei und vorgeschlagener Begleittext. | Gewünschte Dateiformate und Zielkanal. |
| Abstimmung | Eine Person bündelt fachliche und gestalterische Rückmeldungen. | Name, Vertretung und Rückmeldetermin. |
| Fertig, wenn | Die drei Angaben verständlich erklärt und alle vereinbarten Ausgaben geprüft sind. | Wer bestätigt die vollständige Übergabe? |
Liefere Quellen und Material mit einer kurzen Erklärung.
Ein Ordner mit vielen Dateien ist noch keine verständliche Übergabe. Benenne, welches Dokument den aktuellen Stand enthält, welche Fotos tatsächlich verwendet werden sollen und welche Aussage durch welches Material belegt werden kann. Eine kurze Materialliste erspart der Produktion, aus ähnlichen Versionen die richtige erraten zu müssen.
Für jedes Asset genügen zunächst Bezeichnung, Inhalt, Stand und zuständige Person. Ergänze Einschränkungen, etwa „nur als Hintergrundinformation“, „Produkt noch im Vorserienstand“ oder „Namensschild vor Verwendung unkenntlich machen“. Die zulässige Verwendung von fremdem Material und die Beteiligung abgebildeter Menschen müssen vor der Nutzung geklärt sein; die Materialliste ersetzt diese Abstimmung nicht.
Fehlt ein benötigtes Bild, beschreibe die Lücke ausdrücklich. Dann lässt sich entscheiden, ob eine Aufnahme erforderlich ist, eine andere Szene genügt oder die betreffende Aussage aus dem Auftrag herausgenommen wird.
Wenn bestehendes Material die Grundlage ist, solltest du vorhandene Inhalte auf Aktualität und Weiterverwendung prüfen.
Vereinbare, was genau übergeben wird.
„Ein Reel“ kann für Beteiligte Unterschiedliches bedeuten. Meint der Auftrag nur die geschnittene Videodatei oder gehören Begleittext, Titelbild, Untertitel und Veröffentlichung dazu? Benenne die vereinbarten Bestandteile einzeln. Kläre auch, ob dasselbe Material für weitere Kanäle angepasst werden soll. Eine zusätzliche Ausgabe kann andere Bildausschnitte oder einen anderen Einstieg benötigen.
Trenne feste Anforderungen von Vorschlägen. Der korrekte Produktname ist eine feste Vorgabe. Eine bestimmte Kamerafahrt kann zunächst ein gestalterischer Vorschlag sein. Diese Unterscheidung gibt der Produktion Spielraum, ohne wichtige Informationen zur Verhandlungssache zu machen.
Schreibe außerdem auf, wohin der Beitrag gegebenenfalls führt. Ein erwähnter Leitfaden muss erreichbar sein und zur Aussage passen. Wer nur die Videodatei prüft, übersieht sonst möglicherweise einen unvollständigen nächsten Schritt.
Für eine vereinbarte Videoausgabe kannst du anschließend Bild, Sprechtext und Ton im Skript konkret planen.
Mache aus Freigabe eine konkrete Prüfung.
Eine Rückmeldung wie „gefällt noch nicht“ enthält keine bearbeitbare Aufgabe. Vereinbart deshalb vorab, welche Kriterien geprüft werden: fachliche Richtigkeit, Verständlichkeit, Markenauftritt und Vollständigkeit der Ausgabe. Diese Kriterien sollten im Briefing wiederzufinden sein. Nicht jede Person muss jede gestalterische Entscheidung kommentieren.
Eine Person sammelt die Rückmeldungen und löst Widersprüche intern. Hilfreich ist die Form „Stelle – Problem – gewünschte Korrektur“: „Bei der gezeigten Liste fehlt die Unterscheidung zwischen zwei Anlagentypen. Bitte den Hinweis ergänzen.“ Zeitangaben im Video oder ein eindeutig benannter Textabsatz machen die Stelle auffindbar.
Kommt während der Prüfung ein neues Thema hinzu, benennt es als neue Anforderung. Entscheidet gemeinsam, ob es in diesen Auftrag gehört oder einen weiteren Beitrag verdient. So bleibt erkennbar, welche Arbeit aus dem ursprünglichen Briefing folgt.
Prüfe vor der Übergabe, ob der Auftrag startklar ist.
Die Checkliste soll offene Entscheidungen sichtbar machen. Ein fehlender Punkt bedeutet nicht automatisch, dass jede Vorbereitung stillstehen muss. Kennzeichnet, welche Arbeit schon möglich ist und welche von einer Antwort abhängt. Ein Schnitt kann beispielsweise vorbereitet werden, während ein fachlicher Satz noch geprüft wird; eine ungeklärte Hauptaussage sollte vorher geklärt werden.
Häufige Fragen.
Wie lang sollte ein Social-Media-Briefing sein?
So ausführlich, dass der konkrete Auftrag verständlich ist. Für einen überschaubaren Beitrag kann eine Seite mit Links zu Quellen genügen. Eine Produktion mit verschiedenen Personen und Ausgaben benötigt zusätzliche Angaben. Länge ist kein Qualitätskriterium; entscheidend sind beantwortbare Fragen und auffindbare Informationen.
Muss ich schon den fertigen Text liefern?
Nur wenn das so vereinbart ist. Häufig sind die fachlichen Inhalte, Beispiele und Einschränkungen der wichtigere Input. Text und Umsetzung können anschließend entwickelt werden. Kennzeichne, welche Formulierungen aus fachlichen Gründen genau übernommen werden müssen und welche frei bearbeitet werden dürfen.
Was tun, wenn mehrere Abteilungen widersprüchliches Feedback geben?
Die benannte Freigabeperson bündelt die Rückmeldungen und lässt den Widerspruch intern klären. Die Produktion sollte nicht zwischen zwei fachlichen Aussagen wählen müssen. Dokumentiert die gemeinsame Entscheidung im Briefing oder direkt beim Entwurf, damit die nächste Version auf einer eindeutigen Grundlage entsteht.
