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Wie machst du einen Content-Audit für Social Media?

Ein Content-Audit für Social Media ist eine geordnete Bestandsaufnahme deiner vorhandenen Inhalte. Du prüfst, welche Aussagen noch stimmen, welche Fragen sie beantworten und welche Aufgabe sie im Auftritt übernehmen. Daraus entsteht eine begründete Arbeitsliste: behalten, gezielt überarbeiten, neu aufbereiten oder eine Archivierung prüfen. Reichweite allein entscheidet darüber nicht. Beginne mit einem klar abgegrenzten Bestand und halte jede Entscheidung samt Grund fest. So entsteht aus der Analyse eine umsetzbare Verbesserung statt einer unübersichtlichen Sammlung von Zahlen.

Lege zuerst fest, was du tatsächlich prüfst.

„Wir schauen uns unseren Content an“ ist ein schwer abschließbarer Auftrag. Begrenze den ersten Durchlauf: beispielsweise alle sichtbaren Beiträge zu einem Angebot, die Inhalte einer bestimmten Kampagne oder die Informationen, auf die neue Profilbesucher zuerst treffen. Notiere Kanal, Zeitraum und Auswahlgrund. Dann lässt sich später nachvollziehen, warum ein Inhalt berücksichtigt wurde und ein anderer nicht.

Nimm bei einem Angebot auch zusammengehörige Zielseiten und verlinkte Unterlagen auf. Ein Beitrag kann weiterhin verständlich sein, während sein Link auf ein veraltetes Angebot führt. Umgekehrt kann eine wichtige Erklärung auf der Website vorhanden sein, aber im Auftritt kaum auffindbar bleiben.

Kläre die Entscheidungsbefugnis: Wer darf fachliche Aussagen korrigieren, wer plant neue Fassungen und wer entscheidet über eine Archivierung? Der Audit schlägt Maßnahmen vor. Er sollte nicht nebenbei Veränderungen auslösen, die niemand abgestimmt hat.

Erstelle ein Inventar, in dem du jeden Inhalt wiederfindest.

Eine einfache Tabelle reicht zunächst. Vergib eine Kennung und speichere den direkten Verweis zum Inhalt. Ergänze Thema, Veröffentlichungsdatum, gezeigtes Angebot, vermutete Informationsaufgabe und verfügbare Auswertung. „Keine Auswertung vorhanden“ ist eine zulässige Angabe. Fehlende Werte werden nicht als null interpretiert.

Trenne Beobachtung und Urteil in eigenen Feldern. „Nennt die alte Leistungsbezeichnung“ ist eine Beobachtung. „Überarbeiten“ ist eine Entscheidung. Ohne diese Trennung wird eine Liste schnell zu einer Sammlung unbegründeter Geschmacksurteile. Für wichtige Fakten gehört die bestätigende interne Quelle oder die zuständige Fachperson dazu.

Wenn der Bestand groß ist, bearbeite ihn in nachvollziehbaren Gruppen. Prüfe erst die öffentlich besonders sichtbaren und geschäftlich relevanten Informationen. Du musst nicht jeden historischen Beitrag erfassen, bevor eine klar fehlerhafte aktuelle Leistungsbeschreibung korrigiert werden kann.

Prüfe Wahrheit, Nutzen und Anschluss getrennt.

Beginne mit der sachlichen Richtigkeit: Gibt es das Angebot noch? Sind gezeigte Produkte, Ansprechpersonen und Aussagen aktuell? Danach folgt der Nutzen: Welche Frage beantwortet der Inhalt, und wird die Antwort tatsächlich verständlich? Ein aufwendiges Video kann an dieser Stelle schwach sein; eine einfache Erklärung kann weiterhin hilfreich bleiben.

Prüfe anschließend den Zusammenhang. Passt die sichtbare Aussage zum heutigen Angebot? Gibt es bei Bedarf einen funktionierenden nächsten Schritt? Fehlen wichtige Einschränkungen? Notiere auch wiederkehrende Fragen unter dem Beitrag, soweit sie für die Überarbeitung relevant sind. Sie können zeigen, welcher Teil der Erklärung offenbleibt.

Erst danach beziehst du Kennzahlen ein. Vergleiche Inhalte mit ähnlicher Aufgabe und beachte unterschiedliche Veröffentlichungsbedingungen. Ein Beitrag mit wenigen Aufrufen ist nicht automatisch überflüssig. Er kann eine spezielle Frage beantworten, die im Beratungsgespräch regelmäßig gebraucht wird.

Wenn du Kennzahlen in die Bestandsprüfung einbeziehst, solltest du Quellen und Vergleichsbedingungen eines Berichts prüfen.

Verknüpfe jede Maßnahme mit einem sichtbaren Grund.

Nutze eindeutige Arbeitsbegriffe. „Behalten“ heißt, dass aktuell keine Änderung nötig ist. „Überarbeiten“ braucht eine konkrete Korrektur. „Neu aufbereiten“ bedeutet einen neuen Inhalt aus weiterhin nützlicher Substanz. „Archivierung prüfen“ ist eine offene Entscheidung, die erst nach Prüfung des Zusammenhangs umgesetzt wird.

Die folgende Tabelle zeigt einen vollständig fiktiven Bestand. Sie soll keine typischen Ergebnisse oder Leistungswerte abbilden. Achte darauf, dass jede Zeile bereits eine nächste Tätigkeit benennt.

Fiktiver Auszug aus einem Audit-Protokoll
InhaltFeststellungEntscheidungNächster Schritt
Erklärung zum TerminablaufAblauf stimmt; Rückfragen werden beantwortet.BehaltenBei nächster Prozessänderung erneut prüfen.
Vorstellung eines AngebotsEine enthaltene Leistung wird nicht mehr angeboten.ÜberarbeitenAktuellen Umfang fachlich bestätigen lassen.
Antwort auf eine häufige FrageAntwort nützlich, Ton schwer verständlich.Neu aufbereitenErklärung mit sauberem Ton erneut aufnehmen.
Ankündigung einer beendeten AktionFrist abgelaufen; noch prominent verlinkt.Archivierung prüfenVerlinkung und historische Bedeutung klären.
Mehrere ähnliche ErklärungenGleiche Frage; unterschiedliche Informationsstände.Zusammenführung planenAktuelle Hauptfassung festlegen und Verweise prüfen.

Sortiere nach Folgen und Aufwand statt nach Schönheit.

Zuerst kommen Aussagen, die Menschen sachlich in die falsche Richtung führen, sowie wichtige nicht funktionierende Kontaktwege. Danach folgen Verbesserungen an zentralen Erklärungen. Rein gestalterische Anpassungen können später kommen, wenn der Inhalt seine Aufgabe bereits erfüllt. Diese Reihenfolge ist eine Arbeitsentscheidung für euren Bestand, kein allgemeines Bewertungssystem mit scheinbar exakten Punkten.

Schätze bei jeder Aufgabe den benötigten Input ab: Textkorrektur, fachliche Abstimmung, neues Foto oder erneuter Dreh? Benenne eine verantwortliche Person. „Video verbessern“ ist noch kein umsetzbarer Auftrag. „Aktuelle Produktansicht aufnehmen und veraltete Szene ersetzen“ lässt sich dagegen vorbereiten.

Halte auch fest, was bewusst unverändert bleibt. Sonst wird der Audit zum pauschalen Relaunch, obwohl ein Teil des Bestands seine Aufgabe weiterhin gut erfüllt. Gute Entscheidungen schließen begründetes Nichtstun ein.

Fehlt die Grundlage für spätere Wirkungsfragen, kannst du einen Messplan für Inhalte und erfasste Anfragen aufbauen.

Prüfe vor einer Archivierung den gesamten Zusammenhang.

Ein alter Inhalt kann weiterhin verlinkt sein, eine Entwicklung dokumentieren oder eine beantwortete Frage enthalten. Prüfe diese Zusammenhänge, bevor du ihn aus der öffentlichen Ansicht nimmst. Kläre, welche Information Interessierte anschließend stattdessen finden sollen. Wenn eine Aktualisierung möglich und sinnvoll ist, kann sie die bessere Maßnahme sein.

Dokumentiere die Entscheidung einschließlich der zuständigen Person. Sichere intern benötigtes Material und die Begründung im vereinbarten Arbeitsablauf. Daraus folgt keine pauschale Pflicht, alles aufzubewahren; es geht darum, nicht aus einer Analyse heraus unüberlegt Material zu entfernen.

Bewahre den Audit außerdem als Arbeitsstand auf. Wenn die Maßnahme erledigt ist, ergänze Datum und neuen Verweis. Beim nächsten Durchlauf sollte erkennbar sein, was tatsächlich verändert wurde.

Beende den Audit mit einer überschaubaren Arbeitsliste.

Ein fertiger Audit liefert keine möglichst große Zahl an Beanstandungen. Er zeigt, welche wenigen Aufgaben jetzt den größten Klärungsbedarf haben und wer sie erledigt. Beginne mit einem umsetzbaren Paket. Nach der Bearbeitung prüfst du dieselben Kriterien erneut, statt allein das neue Erscheinungsbild zu beurteilen.

Häufige Fragen.

Soll ich Beiträge mit wenig Reichweite entfernen?

Dafür reicht geringe Reichweite als Begründung nicht. Prüfe zuerst Informationsaufgabe, Aktualität und Zusammenhang. Eine spezielle Antwort kann für wenige Menschen relevant und trotzdem nützlich sein. Entfernen oder Archivieren ist eine eigene Entscheidung, keine automatische Folge einer Kennzahl.

Wie oft ist ein Content-Audit sinnvoll?

Orientiere dich an Änderungen im Unternehmen und an der Menge des Bestands. Neue Angebote, geänderte Abläufe oder ein überarbeiteter Kontaktweg sind konkrete Anlässe. Ergänzend könnt ihr einen regelmäßigen Termin vereinbaren. Eine feste Frequenz ohne Blick auf euren Betrieb wäre wenig aussagekräftig.

Kann ich mit dem Audit beginnen, wenn keine Kennzahlen vorliegen?

Ja. Richtigkeit, Verständlichkeit, sichtbare Lücken und funktionierende Verweise lassen sich trotzdem prüfen. Kennzeichne fehlende Daten und ziehe daraus keine Aussagen über die Wirkung. Der erste Durchlauf kann zugleich zeigen, welche Informationen ihr künftig für fundiertere Entscheidungen erfassen möchtet.

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